Die Lehren der Zeugen Jehovas

Die Lehren der Zeugen Jehovas

24.06.2006 (N. Galetzka) Kategorie: Kultur

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Die ZH haben ein sehr eigenwilliges Verständnis der Bibel. Dieses wird als die „Wahrheit“ bezeichnet. Wer gemäß ihrer Interpretation lebt, „hat die Wahrheit in sich“ oder „befindet sich in der Wahrheit“. Ihrer Interpretation der Bibel unterscheidet sich dabei jedoch in vielen Punkten und sie sind deshalb klar von herkömmlichen christlichen Glaubensgemeinschaften abzugrenzen.

Die Mitglieder betrachten sich als „Bruder / Schwester Christi“. Ihrer Ansicht nach hat Jesus Christus die Leitung der Christenversammlung inne. Er wurde in ihren Augen von „Gott“ zu dessen Haupt bestimmt und leitet diese durch den „Heiligen Geist“.

Angebetet wird Jehova („Gott“). Er hat die Welt und das Leben im Himmel (Engel) und auf Erden erschaffen. Seine wichtigsten Eigenschaften sind Gerechtigkeit, Macht sowie Weisheit gekrönt von der Liebe. Jehova ist ein unsichtbarer Geist, der von den Menschen unabhängig ist, jedoch persönliches Interesse an jedem einzelnen von ihnen haben soll.

Die Lehre der Dreifaltigkeit wird von den ZH streng abgelehnt und stellt einen Hauptpfeiler des Glaubensgebäudes dar. Sie gehen davon aus, dass es keine Passage der Bibel gibt, die richtig oder genau übersetzt wurde und diese These stütze. Der Heilige Geist ist ihrer Meinung nach keine Person, sondern lediglich eine Kraft, die jedoch nicht zu der Dreieinigkeit gehört.

Wesentlich ist ihre Vorstellung von der Zukunft da sie von der Wiederherstellung des Garten „Edens“ ausgehen. „Eden“ ist das verloren gegangene Paradies auf Erden. Der Ausgangspunkt ihrer Weltanschauung ist dabei „Satan“. Dieser war laut ihnen ein selbstsüchtiger Engel, der angebetet werden wollte. Er verführte die Menschen, die bewusst sündigten. Seither wird ihre Unvollkommenheit von Generation zu Generation weiter vererbt. Deshalb kündigen die Zeugen Jehovas den „Messias“ an, der für Erlösung sorgen wird. Gott räumt den Menschen währenddessen Zeit ein, um sich zu profilieren.

Leben nach dem Tod: Nach der Auffassung der ZH ist die Seele des Menschen sterblich. Aus der Sicht eines Atheisten kann man somit sagen, dass dieser Glaubensgemeinschaft etwas Wichtiges fehlt. Sie gibt dem Leben keinen Sinn oder Hoffnung. Trotzdem warten die ZH auf die letzten Tage und Harmagedon. Dabei werden alle, die nicht Anhänger der Zeugen Jehovas sind, vernichtet, die Welt bleibt aber erhalten. Die ZH versuchten bereits, den Zeitpunkt dieses Ereignisses zu errechnen. Welche „Überraschung“ – die Berechnungen blieben ohne Erfolg! Nachdem 1975 nichts geschah, halten sie sich dezent mit Prognosen zurück. Mit Harmagedon beginne jedenfalls das Tausendjährige Reich und damit die Wiederherstellung. Die Überleben werden die Erde wieder zum Paradies machen.

Um ZH zu werden, muss man sich bewusst für ihre Glaubensgemeinschaft entscheiden. Was den einen oder anderen überraschen dürfte, ist, dass sie die Leistungen von Wissenschaft und Technik anerkennen. Sie betrachten die Bibel auch nicht als wissenschaftliches Lehrbuch. Sie hat lediglich dann höhere Autorität, wenn Wissenschaftler ihrer Interpretation widersprechen. Politisch leben die ZH enthaltsam. Die Politik und die Macht des Staates werden jedoch lediglich von „Gott“ und daher auch von ihnen geduldet. Demzufolge bekleiden sie keine politischen Ämter und enthalten sich Wahlen.

Von der Hochschulbildung raten die ZH ihren Kindern ab, die Entscheidung sei jedoch jedem selbst überlassen. Wie selbst überlassen sie einem tatsächlich ist, wenn man sich unter Druck einer derartigen Gemeinschaft befindet, sei dahingestellt. Gearbeitet wird auch nicht in der Tabakindustrie oder im -handel, in Berufen, die mit Glücksspiel zusammenhängen, geschweige denn in kirchlich oder militärisch unterstützten Einrichtungen.

Im Alltag minimieren und meiden sie den Kontakt zu allen „Andersgläubigen“ bzw. „Weltmenschen“. Traditionelle Feste jeglichen Ursprungs werden oftmals abgelehnt, es sei denn sie haben keinen direkten Bezug zur Gegenwart. Auch Mitgliedschaften in Parteien, Vereinen, Gewerkschaft oder anderen Zusammenschlüssen werden nicht gerne gesehen.

Oft wird behauptet, dass für die „Religion“ drei Stunden Zeit pro Tag abverlangt werden. Für Hobbys bleibt – so gewollt – kein Platz. Ziel wäre die ständige Beschäftigung mit der Religion, die zur vollständigen Übernahme der Standpunkte der Mitglieder der ZH führe. Durch den fehlenden Kontakt mit „Weltmenschen“ besteht selten Möglichkeit für ein kritisches Gespräch. Innerhalb der Organisation seien kritische Gespräche über die ZH selbst verpönt, was nicht überraschen würde.

Sex vor der Ehe ist nicht erlaubt. Scheidung und Widerheirat sind nur im Fall der Untreue erlaubt. Trennung ohne Widerheirat ist unmöglich. In der Ehe hat der Mann die Autorität über die Frau und die Eltern über ihre Kinder. Geheiratet werden sollte aus Gründen der Vorbildfunktion in den Augen der Zeugen Jehovas deshalb am besten nur innerhalb der Glaubensgemeinschaft. Homosexualität wird selbstverständlich abgelehnt.

Berlin – Die Zeugen Jehovas als anerkannte und gleichgestellte Religion

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