Kulturhalle wurde zum Sektentempel

Kulturhalle wurde zum Sektentempel
OERLIKON / 300000 Franken für drei Tage religiöse Berieselung: Am Wochenende haben sich Tausende von Anhängern der Endzeitsekte im Hallenstadion versammelt.
Aurelian Baldinger
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9000 Anhänger pilgerten für Jehova ins Hallenstadion. Kommende Woche pilgern Techno-Anhänger für «Goliath» hierhin.

«Ich elender Mensch, wer wird mich befreien?» So lautete die zentrale Frage des Hauptredners des «Zeugen Jehovas»-Kongresses. Bereits am ersten Tag füllte die Sekte das Hallenstadion mit knapp 8000 Anhängern. Wegen der Umbauarbeiten im Letzigrund, wo sich die Sekte in den vergangene Jahren versammelt hatte, ist sie hierher ausgewichen. Und sie liess sich den Anlass etwas kosten: zwischen 90 000 und 120 000 Franken beträgt die Miete für das Hallenstadion – pro Tag.

«Geben, was Gott gehört»

Schätzungsweise 18 000 Anhänger leben in der Schweiz, die derartige Anlässe mit teils sehr grossen Geldgaben finanzieren. «Die Mitglieder halten sich sehr stark an Bibel-Zitate wie “Man muss geben, was Gott gehört”. Dadurch fühlt sich jeder moralisch stark zum Spenden verpflichtet», erklärt Sektenexperte und «Tages-Anzeiger»-Journalist Hugo Stamm die grosse Geldquelle. Im Programmheft des Veranstalters hiess es denn auch: «Es entstehen beträchtliche Unkosten. Eure freiwilligen Spenden tragen dazu bei, diese Unkosten zu decken und das weltweite Werk zu unterstützen. Wir danken Euch für grosszügige Unterstützung der Königreichinteressen.»

Macht-Demonstration

Der Anlass war straff druchorganisiert. Den Sekten-Anhängern wurden Kongress-Ordner verteilt, in denen Sie Anweisungen fanden, wie sie sich zu verhalten haben: «Arbeitet bitte gut mit den Ordnern zusammen und befolgt die Anweisungen.» Laut Hugo Stamm habe die Veranstaltung vor allem auch den Zweck, nach aussen zu zeigen, wie gut die «Zeugen Jehvas» organisiert seien. «Es ist zudem auch eine klare Demonstration ihrer Stärke und soll die Leute einbinden.»
Auch nächstes Jahr will die Sekte wieder nach Oerlikon kommen, wie Alfred Altwein von den «Zeugen» bestätigt. Zunächst herrschen aber die Streetparade-Partygänger im Hallenstadion.

Endzeitsekte
Laut Sektenexperte Hugo Stamm sind die «Zeugen Jehovas» eine typische Endzeitsekte, die das Weltende predigen. Dazu hätten sie bereits fünf Mal konkrtete Daten bekannt gegeben. Die «Zeugen Jehovas» galuben, dass nur jene überleben, welche nach der uneingeschränkten Autorität Gottes leben.

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