Neue Ausstellung in Ravensbrück

Die Häftlinge mit dem lila Winkel

Neue Ausstellung in Ravensbrück

FÜRSTENBERG Im ehemaligen Zellenbau in der Gedenkstätte Ravensbrück wird am Mittwoch, 28. Februar, um 17 Uhr die Ausstellung “Lila Winkel in Ravensbrück” eröffnet, teilt die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten mit. Es ist die erste Ausstellung in der Gedenkstätte Ravensbrück über die inhaftierten Frauen und Männer der Zeugen Jehovas. Den Eröffnungsvortrag hält der Historiker und Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Detlef Garbe. Die als Zeugin Jehovas inhaftierte Ravensbrückerin Magdalena Reuter wird über ihr Verfolgungsschicksal sprechen.

Die Sonderausstellung ist eine chronologisch-thematische Darstellung der Geschichte der NS-Verfolgtengruppe der Zeugen Jehovas im KZ Ravensbrück. Anhand von Kurzbiografien werden Lebensschicksale von Frauen und Männern vorgestellt, die von den Nationalsozialisten mit dem Haftgrund IBV (Internationale Bibelforschervereinigung) in Konzentrationslager eingewiesen wurden und von der SS mit dem lila Winkel auf der Häftlingskleidung gekennzeichnet wurden.

Eine größere Gruppe von Zeuginnen Jehovas kam 1939 vom KZ Lichtenburg in das neu eröffnete Frauen-KZ Ravensbrück. Sie gehörten zu den ersten in Ravensbrück registrierten Frauenhäftlingen. Im Zellenbau waren im Winter 1939/40 mehr als 400 Zeuginnen inhaftiert, weil sie jede Form von Arbeit für den Krieg verweigerten. Für das KZ Ravensbrück lassen sich bis 1945 rund 850 Frauen und 250 Männer der Zeugen Jehovas nachweisen.

Die Ausstellung informiert über den “Bibelforscher-Block” in Ravensbrück und über so genannte Verpflichtungserklärungen, die die Freiheit versprachen, falls die Inhaftierten ihrem Glauben abschworen. Thematisiert werden auch die unterschiedlichen Arbeitskommandos, in denen die Zeuginnen Zwangsarbeit verrichten mussten, sowie Transporte nach Auschwitz und Birkenau. Schließlich beschäftigt sich die Ausstellung auch mit der Situation der überlebenden Lila-Winkel-Häftlinge nach 1945. In der DDR und in der Sowjetunion wurde ihnen nicht nur die Anerkennung als NS-Verfolgte verweigert, sondern sie wurden sogar erneut verfolgt und inhaftiert.

“Die Zeugen Jehovas gehören bis heute zu den Opfern nationalsozialistischer Verfolgung, die nicht im Mittelpunkt des öffentlichen Gedenkens stehen”, sagte Gedenkstättenleiterin Insa Eschebach heute anlässlich der bevorstehenden Ausstellungseröffnung. “Daher ist es mir ein besonders wichtiges Anliegen, dass die Gedenkstätte Ravensbrück mit dieser Ausstellung an die mutigen Männer und Frauen der Zeugen Jehovas erinnert, die sich auf Grund ihres Glaubens dem nationalsozialistischen Regime verweigert haben.” MAZ

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